§ 30 · Verträge & Revision

AGB prüfen lassen: Was unsere KI bei Startups, UGs und kleinen GmbHs in 2 Minuten findet — und was bewusst nicht

Eigene AGB, eine Vorlage aus dem Netz oder die Version aus dem Generator — wie gut hält das stand? Wir zeigen, welche Klauseln die KI zuverlässig markiert, wo sie an Grenzen stößt und wann der Schritt zur Fachanwält:in für IT-Recht wirklich sinnvoll ist.

6 Minuten Lesezeit
Verträge & Revision
Aufgeschlagenes Vertragsdokument mit Lupe auf einem hellen Schreibtisch — Symbol für die Prüfung allgemeiner Geschäftsbedingungen
Aufgeschlagenes Vertragsdokument mit Lupe auf einem hellen Schreibtisch — Symbol für die Prüfung allgemeiner Geschäftsbedingungen

Warum überhaupt AGB prüfen?

AGB sind kein Marketing-Beiwerk. Eine unwirksame Klausel kann zur Folge haben, dass das gesetzliche Recht greift — oft zu Ihren Lasten. Im B2C-Geschäft droht zusätzlich die Abmahnung durch Mitbewerber oder Verbraucherzentralen.

Typische Risikoquellen, die uns in der Praxis immer wieder begegnen:

  • Unzulässige Haftungs­ausschlüsse für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.
  • Pauschale Schadens­ersatz­klauseln ohne Anpassungs­möglichkeit.
  • Unklare oder benachteiligende Vertrags­laufzeiten und automatische Verlängerungen — seit dem „Faire-Verbraucherverträge"-Gesetz besonders fehleranfällig.
  • Datenschutz-Klauseln in den AGB, die richtigerweise in die Datenschutzerklärung gehören.
  • Fehlende oder versteckte Hinweise auf die Plattform der EU-Kommission zur Online-Streit­beilegung und auf das Widerrufsrecht.
  • Gerichtsstand und anwendbares Recht — bei B2C oft unwirksam, wenn vom Verbrauchersitz abgewichen wird.

Was unsere KI zuverlässig markiert

  • Klauseln, die in Listen unwirksamer Standardklauseln stehen (§§ 308, 309 BGB).
  • Widersprüche zwischen AGB und Datenschutzerklärung oder Impressum.
  • Fehlende Pflichtbestandteile für Online-Shops und SaaS-Anbieter.
  • Risiko-Heatmap pro Klausel — Sie sehen auf einen Blick, wo nachgebessert werden sollte.
  • Vergleich zwischen Ihrer aktuellen Fassung und einer früheren Version (Clause-Heatmap, hier beschrieben).

Was die KI bewusst nicht tut

  • Sie schreibt Ihnen keine vollständigen AGB — warum wir das aktuell ablehnen, steht hier: Keine Vertragsgenerierung. Wir bieten kuratierte Wizards für einzelne Vertragstypen — aber keine generierten Volltexte ohne anwaltliche Endprüfung.
  • Sie ersetzt keine Branchen­expertise — z. B. AGB für regulierte Märkte (Glücksspiel, Finanzen, Medizin) gehören in jedem Fall in Fachanwalts-Hand.
  • Sie kann keine wettbewerbsrechtliche Strategie ersetzen, wenn Ihre AGB die Position gegenüber Mitbewerbern definieren sollen.

Wann lohnt sich der Sprung zur Fachanwältin?

Spätestens, wenn Sie:

  • internationale Kund:innen ansprechen (Rom-I-Verordnung, lokale Pflichtangaben),
  • B2B und B2C in einem Set abdecken müssen,
  • ein neues Produkt launchen, dessen AGB Sie über Jahre nutzen wollen,
  • oder bereits eine Abmahnung erhalten haben.

So gehen Sie vor

  1. AGB-Datei hochladen → 2-Minuten-Erstprüfung mit Risiko-Heatmap.
  2. Optional: zweite Fassung dazuladen → automatischer Versions­vergleich.
  3. Bei kritischen Treffern: direkte Übergabe an verifizierte Fachanwält:innen für IT-Recht — anonymisiert, mit Kontextbrief.

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