In einem Satz
Wählen Sie in einer Akte ein Dokument aus, und SmartLegalPro zeigt Ihnen, welche Fakten erst mit ihm in die Akte kamen, welche früheren Angaben es ersetzt hat — und wie der Sachverhalt aussähe, wenn es nie eingegangen wäre.
Das Problem, das jede Kanzlei kennt
Eine Anlage wird hochgeladen, die Analyse läuft, der Sachverhalt verschiebt sich. Ein paar Tage später stellt sich heraus: falsches Dokument, falsche Akte, oder der Mandant reicht eine korrigierte Fassung nach. Sie löschen die Anlage — und stehen vor der eigentlichen Frage: Was hing eigentlich daran? Welche Angaben stammten nur aus diesem Dokument? Welche früheren Feststellungen hatte es überschrieben? Gilt jetzt wieder, was vorher galt?
In den meisten Systemen ist das nicht beantwortbar. Der Sachverhalt ist ein Textfeld, das überschrieben wird. Was vorher darin stand, ist weg.
Warum wir das exakt beantworten können
Bei uns ist der Sachverhalt kein Fließtext, sondern ein Netz einzelner Fakten — und jeder dieser Fakten trägt seine Herkunft mit sich: Er weiß, aus welchem Dokument er extrahiert wurde. Korrigiert ein späteres Dokument eine frühere Angabe, wird die alte nicht gelöscht, sondern mit dem Zeitpunkt versehen, ab dem sie nicht mehr galt.
Aus diesen zwei Eigenschaften lässt sich der Sachverhalt entlang zwei unabhängiger Achsen rekonstruieren:
- Zeit: „So stand die Akte bei Klageeingang."
- Dokument: „So stünde die Akte ohne die Duplik — aber mit allem anderen von heute."
Beides ist kombinierbar. Und beides ist eine reine Auswertung vorhandener Daten: kein KI-Aufruf, kein Kontingentverbrauch, keine Wartezeit.
Der Unterschied zwischen den beiden Achsen
Das klingt zunächst nach demselben, ist es aber nicht — und der Unterschied entscheidet über die Brauchbarkeit. Ein Stichtag wirft alles weg, was seither eingegangen ist. Wenn zwischen der fraglichen Anlage und heute noch drei weitere Dokumente kamen, verschwinden die mit. Die Dokument-Achse entfernt dagegen nur dieses eine Dokument und lässt alles andere auf dem aktuellen Stand.
Für die Frage „was hat diese Anlage verändert" ist deshalb die Dokument-Achse die richtige — und sie ist der Teil, den ein reiner Zeitstrahl prinzipiell nicht leisten kann.
Wieder aufleben statt Lücke lassen
Ein Detail, das den fachlichen Unterschied macht: Hatte die weggedachte Anlage eine frühere Angabe korrigiert, genügt es nicht, den neuen Wert auszublenden. Dann stünde an dieser Stelle nichts — und das wäre schlicht falsch. Stattdessen lebt die ursprüngliche Angabe wieder auf und wird als solche gekennzeichnet.
Im Beispiel: Die Klageschrift nennt einen Kaufpreis von 10.000 €, die Duplik korrigiert auf 12.000 €. Denken Sie die Duplik weg, zeigt die Ansicht wieder 10.000 € — nicht eine Leerstelle.
Drei Ansichten je Akte
Der neue Reiter „Historie" in jeder Akte bietet:
- Wirkung — was dieses Dokument eingeführt, was es verdrängt hat (jeweils als „alter Wert → neuer Wert" mit Quellangabe), an welchen offenen Widersprüchen es beteiligt ist und welche Verknüpfungen sich auf es stützen.
- Mit / ohne — beide Fassungen des Sachverhalts nebeneinander, wegfallende Fakten rot, wieder geltende grün.
- Stichtag — der Stand zu einem früheren Zeitpunkt, frei mit dem Dokument-Ausschluss kombinierbar.
Nichts davon verändert die Akte. Das Dokument bleibt, bis Sie es tatsächlich in den Papierkorb verschieben — und selbst dann sind die abgeleiteten Fakten und Belege beim Wiederherstellen vollständig zurückholbar, samt ihrem ursprünglichen Prüfstatus.
Der Assistent kann es in Worte fassen
Weil die Herkunft gespeichert ist, kann der KI-Assistent Fragen wie „Was hat die Duplik am Sachverhalt geändert?" direkt beantworten und dabei das verantwortliche Dokument benennen. Dieselbe Grundlage nutzen die Agenten und die Verhandlungssimulation Lex & Lexi — Angaben, die inzwischen überholt oder von Ihnen verworfen wurden, fließen dort nicht mehr in die Argumentation ein.
Und die Zusammenfassung selbst
Ergänzend führt jede Akte eine Versionshistorie der KI-Aktenzusammenfassung. Jede frühere Fassung lässt sich mit einem Klick zurückholen; die aktuelle wandert dabei automatisch in die Historie und geht nicht verloren. Entfernen Sie ein Dokument, das die Zusammenfassung noch beschreibt, weist die Akte ausdrücklich darauf hin — statt einen Text stehen zu lassen, der eine Anlage schildert, die es nicht mehr gibt.
Ehrlich zu den Grenzen
Die Auswertung ist so gut wie die Extraktion, auf der sie beruht: Sie zeigt zuverlässig, welche erfassten Fakten an einem Dokument hängen. Beiträge eines Dokuments, die nie als Fakt erfasst wurden, kann sie nicht ausweisen. Die Gegenüberstellung ist ein Analysewerkzeug für Ihre Prüfung — keine automatische Entscheidung darüber, was in den Schriftsatz gehört.



