In einem Satz
Der Canvas-Editor ist die Fläche, auf der ein Entwurf tatsächlich geschrieben wird: Die KI arbeitet am markierten Absatz statt am ganzen Dokument, ihre Vorschläge kommen als echte Änderungsnachverfolgung an — und wenn Sie den Mandanten dazuholen, wird seine Rolle in der Datenbank durchgesetzt, nicht in der Oberfläche versteckt.
Warum ein Chatfenster kein Schreibwerkzeug ist
Ein Chat liefert Text am Stück. Für eine erste Fassung taugt das, für die zweite ist es der falsche Ort. Juristisches Schreiben besteht aus vielen kleinen Eingriffen: dieser Satz schärfer, dort fehlt eine Bedingung, hier gehört eine Fundstelle hin. Wer dafür jedes Mal das ganze Dokument neu erzeugen lässt, verliert genau das, worauf es ankommt — die Kontrolle darüber, was sich geändert hat. Der Canvas dreht das um: Sie markieren einen Absatz, die KI arbeitet auf dieser Auswahl.
16 Aktionen, vier Gruppen
- Umformulieren — Überarbeiten, Kürzen, Erweitern, Vereinfachen.
- Ton — Formeller, Professioneller, Durchsetzungsstärker, Diplomatischer.
- Struktur — die Gliederungs-Eingriffe an der Auswahl.
- Juristisch — Präziser, Risiken prüfen, Bedingung ergänzen, Fundstellen ergänzen.
Die vierte Gruppe ist die eigentliche Begründung für das Werkzeug: „Risiken prüfen" auf einer einzelnen Klausel ist etwas anderes als eine Risikoanalyse über vierzig Seiten — enger Ausschnitt, konkrete Frage, überprüfbare Antwort.
Änderungen kommen als Änderungen an
Das Ergebnis einer KI-Aktion ersetzt Ihren Text nicht. Es erscheint als echte Änderungsnachverfolgung — jede Einfügung und jede Streichung mit Autor und Datum. Sie entscheiden jeden Vorschlag für sich; „alle annehmen" und „alle verwerfen" gibt es als eigene Befehle, wenn eine Runde insgesamt taugt oder insgesamt nicht.
Der Unterschied klingt technisch, ist aber einer der Verantwortung: Ein Entwurf, den Sie freigeben, ist Ihrer. Ein Werkzeug, das nicht zeigen kann, welche fünf Wörter es geändert hat, macht das unmöglich.
Drei Stufen — und der Server hält sie, nicht der Bildschirm
Soll der Mandant an den Entwurf, geben Sie ihn auf genau einer von drei Stufen frei:
- Nur kommentieren — lesen und anmerken, kein Eingriff in den Text.
- Änderungen vorschlagen — schreiben, aber ausschließlich als nachverfolgte Änderung.
- Frei bearbeiten — volle Bearbeitung.
Entscheidend ist, wo diese Stufen wirken: per Datenbank-Constraint festgelegt, beim Speichern serverseitig geprüft. „Nur kommentieren" weist eine Textänderung ab; „Änderungen vorschlagen" weist jede Änderung ab, die nicht als nachverfolgt markiert ist. Ein manipulierter Client kommt daran nicht vorbei, weil die Prüfung nicht in der Oberfläche sitzt. Das ist der Unterschied zwischen einer Regel und einem ausgegrauten Knopf — ein ausgegrauter Knopf ist eine Bitte.
Interne Kommentare können nicht durchsickern
Die zweite Sorge bei jeder Freigabe ist die interne Notiz, die versehentlich mitgeht. Auch das ist nicht als Filter gelöst, sondern strukturell: Die für Mandanten freigegebene Sicht hat auf die internen Spalten gar kein Leserecht. Es gibt nichts wegzufiltern, weil nichts ankommt — ein vergessener Filter kann folglich auch nichts freilegen.
Woher der Text kommt
Jede KI-Antwort im Canvas trägt die Quellen-Zeile, die wir zuletzt für alle KI-Flächen eingeführt haben: woraus die Antwort gebaut wurde und was nicht mehr hineinpasste. Ein Vorschlag aus einer gut erschlossenen Akte sieht damit anders aus als einer, der nur aus dem markierten Absatz stammt.
Was der Canvas nicht ist
- Er arbeitet nicht von selbst. Keine Aktion startet ohne Ihre Auswahl und Ihren Klick.
- Er entscheidet nichts. Auch „Risiken prüfen" liefert einen Hinweis zu einem Absatz, keine Bewertung Ihres Mandats.
- Er nimmt Ihnen die Prüfung nicht ab. Die Freigabe bleibt eine anwaltliche Entscheidung — genau deshalb wird jede Änderung sichtbar gemacht, statt sie stillschweigend einzuarbeiten.
→ Canvas-Editor · Schriftsätze · Mandantenportal · Kanzlei-DMS




