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§ 01 · Für Anwält:innen

Ein Abo, ein Kontingent — die Kanzlei teilt sich den KI-Pool

Bisher vervielfachte ein Kanzlei-Abo das monatliche KI-Kontingent still je Kopf — und umgekehrt konnte ein Gratis-Kanzleitarif ein bezahltes Einzel-Abo entwerten. Beides ist korrigiert: ein gemeinsamer Topf über alle aktiven Mitglieder, zugekaufte Token-Pakete eingeschlossen, der höherrangige Tarif gewinnt. Zwei Kontingente bleiben aber ausdrücklich je Anwalt.

4 minFür Anwält:innen
Ein breites flaches Steinbecken mit ruhigem Wasser, in das mehrere schmale Rinnen aus verschiedenen Richtungen münden; eine Rinne führt sichtbar am Becken vorbei.

In einem Satz

Alle aktiven Mitglieder einer Kanzlei teilen sich ab sofort ein gemeinsames monatliches KI-Kontingent statt je Kopf ein eigenes — und ein bezahlter Einzeltarif wird nicht mehr entwertet, wenn jemand einer Kanzlei mit Gratis-Tarif beitritt.

Zwei Fehler, die in entgegengesetzte Richtungen zeigten

Die alte Berechnung war an zwei Stellen unehrlich, und zwar zulasten beider Seiten.

Zum einen vervielfachte ein Kanzlei-Abo das monatliche Kontingent still je Kopf. Ein Tarif, gekauft und bezahlt, entfaltete bei fünf Mitgliedern die fünffache Wirkung. Das war nie so gedacht und nie so ausgewiesen — es fiel nur nicht auf, solange kaum eine Kanzlei mehr als ein aktives Mitglied hatte.

Zum anderen konnte der kostenlose Standardtarif einer Kanzlei ein bezahltes Einzel-Abo überschreiben. Wer allein gestartet war, einen Tarif gebucht hatte und später einer Kanzlei beitrat, die noch auf dem Gratis-Tarif stand, verlor faktisch, wofür er bezahlt hatte. Das ist der unangenehmere der beiden Fehler, weil er echtes Geld betrifft.

Ein Topf, über alle aktiven Mitglieder

In der Oberfläche steht der Satz, der die neue Regel beschreibt: Alle Kanzlei-Mitglieder teilen sich das monatliche KI-Kontingent des Kanzlei-Tarifs — ein gemeinsamer Pool, kein eigenes Kontingent je Kopf.

Praktisch heißt das: Der Verbrauch wird über alle aktiven Mitglieder summiert. Wer in einem Monat viel schreibt, zieht aus demselben Topf wie die Kollegin, die in derselben Zeit wenig braucht. Das entspricht der Art, wie eine Kanzlei ein Werkzeug tatsächlich nutzt — Auslastung verteilt sich ungleich und verschiebt sich mit den Akten.

Zugekaufte Pakete liegen im selben Topf

Zusätzlich erworbene Token-Pakete gehören ebenfalls in den gemeinsamen Bestand. Kauft ein Mitglied ein Paket nach, deckt es den Mehrbedarf der ganzen Kanzlei — es bleibt nicht auf dem Konto der Person liegen, die zufällig auf den Kaufknopf geklickt hat. Andernfalls hätte man den Pool auf der einen Seite eingeführt und auf der anderen wieder aufgehoben.

Der höherrangige Tarif gewinnt

Für die Frage, welcher Tarif gilt, entscheidet der höhere: der des Anwalts oder der der Kanzlei. Bei Gleichstand gilt der Kanzlei-Tarif, was dem bisherigen Verhalten entspricht. Der Solo-Anwalt mit bezahltem Tarif behält ihn also, wenn er einer Kanzlei mit Gratis-Tarif beitritt.

Warum zusätzlich auf Kanzlei-Ebene gesperrt wird

Ein gemeinsamer Topf bringt ein Problem mit, das ein Kontingent je Kopf nicht hat: Buchen zwei Mitglieder im selben Moment, können beide von derselben Restmenge ausgehen und die Summe läuft auseinander. Die Buchung wird deshalb zusätzlich auf Kanzlei-Ebene gesperrt, und die Sperren werden in fester Reihenfolge genommen. Das ist unsichtbar, wenn es funktioniert — und der Grund, warum die angezeigte Zahl trägt.

Was ausdrücklich nicht im Topf liegt

Zwei Dinge bleiben bewusst je Anwalt, und das gehört gesagt, weil „gemeinsamer Pool" sonst mehr verspricht, als eingelöst wird:

  • Das Kontingent für Agentenläufe bleibt personenbezogen. Es begrenzt, wie viele Hintergrundläufe eine einzelne Person auslösen kann, und ist damit auch eine Kostenbremse gegen Versehen — geteilt wäre sie schwächer.
  • Die Fair-Use-Grenze des Fable-Zusatzmodells bleibt ebenfalls je Anwalt.

Was sich davon für Ihre Kanzlei rechnet, hängt von Größe und Auslastung ab; die Tarife und die Rechenweise stehen offen auf der Preisseite für Kanzleien. Wenn eine Zahl dort nicht zu dem passt, was Sie im Konto sehen, ist das ein Fehler und kein Verhandlungsspielraum — melden Sie ihn uns.

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