Zum Hauptinhalt springen

§ 01 · Für Anwält:innen

Akte löschen, ohne das kuratierte Wissen zu verlieren

Bis vor Kurzem vernichtete das Löschen einer Akte jeden Fakt, den eine Kanzlei persönlich geprüft oder angepinnt hatte — die einzige Stelle der Plattform, an der menschliche Kuration ohne Rückfrage verschwand. Jetzt gibt es vier protokollierte Wege, die Voreinstellung bleibt „alles löschen“, und verwaistes Wissen bleibt bewusst ausgeschlossen.

5 minFür Anwält:innen
Ein schwerer dunkler Steinquader, dessen Fuß im Schatten zerfällt, während ein einzelner heller Splitter frei darüber schwebt.

In einem Satz

Beim Löschen einer Akte können Sie kuratiertes Wissen jetzt behalten — aber nur, indem Sie ihm einen echten neuen Eigentümer geben: den Mandanten, die Gegenpartei oder die kanzleiweite Sammelakte. Die Voreinstellung bleibt unverändert „alles löschen“.

Die eine Stelle, an der menschliche Arbeit verschwand

Ein Fakt, den eine Anwältin persönlich geprüft, korrigiert oder angepinnt hat, ist etwas anderes als ein Fakt, den ein Modell aus einem PDF gezogen hat. Das eine ist Rohmaterial, das andere ist Arbeitsergebnis. Bis vor Kurzem behandelte die Plattform beides an genau einer Stelle gleich: Beim Löschen einer Akte ging alles mit, was an ihr hing — auch der Teil, den ein Mensch bereits verantwortet hatte. Für rohe Extraktionsergebnisse ist das richtig. Für geprüftes Wissen war es ein stiller Verlust.

Vier Wege, und drei davon muss man wollen

Beim Löschen einer Akte stehen jetzt vier protokollierte Wege zur Wahl:

  • Nichts übernehmen — die Voreinstellung. Die Akte verschwindet vollständig, wie bisher.
  • Zum Mandanten — das geprüfte Wissen zieht zum Mandanten um und überdauert dort die Akte.
  • Zur Gegenpartei — dasselbe für Wissen, das an der Gegenseite hängt.
  • In die kanzleiweite Sammelakte — für Wissen, das keiner der beiden Seiten eindeutig zuzuordnen ist.

Die drei Übernahme-Optionen erscheinen überhaupt nur dann, wenn es in dieser Akte kuratierte Fakten gibt und ein echtes Ziel existiert, in das sie umziehen könnten. Wo es nichts zu retten gibt, bleibt der Dialog so schlank wie zuvor.

Warum nur kuratiertes Wissen umzieht

Übernommen wird ausschließlich, was aktiv ist und entweder verifiziert oder angepinnt wurde. Rohe KI-Fakten gehen mit der Akte — das ist Absicht, keine Lücke. Andernfalls wäre aus dem Löschen einer Akte in der Praxis eine Kopie geworden: Der komplette maschinelle Bestand hätte die Löschung überlebt, nur unter anderem Namen. Die Grenze verläuft deshalb bewusst dort, wo ein Mensch aktiv etwas bestätigt hat.

Aus demselben Grund gibt es keine Option „Fakten verwaist behalten“. Wissen ohne Akte wäre Wissen ohne Zuordnung, ohne Zweck und ohne Löschanlass — und das bricht die Erwartung, die eine Löschung nach der DSGVO auslöst; wie wir mit personenbezogenen Daten umgehen, steht in der Datenschutzerklärung. Wissen bleibt bei uns nur mit einem echten neuen Eigentümer.

Beziehungen ziehen nur mit, wenn beide Enden mitziehen

Fakten stehen nicht allein, sie sind untereinander verknüpft. Eine Verknüpfung wandert deshalb nur dann mit, wenn beide Endpunkte übernommen werden. Zieht nur eine Seite um, bleibt sie zurück — sonst entstünde am Ziel eine Kante, die ins Nichts zeigt, und der Beziehungsgraph würde eine Verbindung behaupten, die er nicht mehr belegen kann.

Kein halb gelöschter Zustand

Die Übernahme läuft vollständig vor der Löschung. Scheitert sie, bricht der gesamte Vorgang ab, und die Meldung sagt genau das: „Das Wissen konnte nicht übernommen werden — es wurde deshalb NICHTS gelöscht.“ Einen Zwischenzustand, in dem die Dokumente fort sind und das Wissen ebenfalls, gibt es nicht.

Was das ausdrücklich nicht leistet

Die wichtigste Einschränkung steht im Dialog selbst, und sie ist unangenehm genug, um sie hier zu wiederholen: Die Belegstellen bleiben als Text erhalten, die zugehörigen Dokumente werden mit der Akte gelöscht — ein Sprung ins Original ist danach nicht mehr möglich. Ein übernommener Fakt trägt also weiterhin sein Zitat, aber die Quelle, aus der es stammt, ist fort. Wer die Belegkette braucht, darf die Akte nicht löschen.

Ebenfalls unverändert: Der Aktentitel muss weiterhin abgetippt werden, bevor gelöscht wird — der Schutz gegen die Verwechslung von „Löschen“ und „Abschließen“ hängt genau daran. Und die Funktion trifft keine Aussage darüber, ob Sie eine Akte überhaupt löschen dürfen. Aufbewahrungspflichten und ein etwaiges Löschkonzept der Kanzlei bleiben Ihre Entscheidung; ob eine Löschung im konkreten Fall trägt, gehört vor dem Klick geprüft.

→ Die Akte im Anwaltsportal · Compliance & Berufsrecht · Sicherheit

Lexi, digitale Rechts-Assistenz

Bereit, Ihr Anliegen zu klären?

{n} Credits gratis. Keine Kreditkarte erforderlich. In 2 Minuten startklar.

Jetzt kostenlos starten

Keine Kreditkarte erforderlich · DSGVO-konform · Kostenlos starten

Kostenlos starten
Keine Kreditkarte
Jetzt starten