Zum Hauptinhalt springen

§ 19 · Verträge & Revision

Die Kündigungsfrist, an die niemand denkt — bis sie vorbei ist

Verträge endeten bisher in dem Moment, in dem sie analysiert oder unterschrieben waren. Jetzt bekommen hochgeladene und selbst erstellte Verträge eine Laufzeit-Ansicht mit fünf Zuständen und einem 60-Tage-Warnfenster. In die Liste kommt aber nur, was Sie selbst bestätigt haben — und der Stichtag wird nach § 193 BGB gerechnet.

5 minVerträge & Revision
Fünf schlanke Steinstelen in einer Reihe auf dunklem Grund; nur die dritte wird von einem schmalen warmen Lichtband getroffen, die übrigen bleiben im Schatten.

In einem Satz

Verträge, die Sie hochladen oder hier erstellen, bekommen jetzt eine Laufzeit-Ansicht mit Ampel — aber in die Liste kommt ausschließlich, was Sie selbst bestätigt haben, und der Stichtag wird gerechnet statt geschätzt.

Der Moment, in dem ein Vertrag verschwindet

Ein Vertrag hat zwei Leben. Das erste dauert Tage: lesen, verhandeln, unterschreiben. Das zweite dauert Jahre — und fand bisher in keinem Werkzeug statt, auch bei uns nicht: Eine Analyse endete mit einer Einschätzung, ein Vertrag mit einer Datei. Dort passiert der teuerste Fehler des Vertragsalltags: Die Kündigungsfrist läuft ab, während das Dokument in einem Ordner liegt, den niemand mehr öffnet. Die neue Ansicht Laufzeiten sortiert Verträge deshalb nicht nach Upload-Datum, sondern danach, was als Nächstes ansteht.

Fünf Zustände, ein Warnfenster

Jede Zeile trägt einen von fünf Zuständen — bewusst nüchtern, weil eine Ampel, die zu oft rot wird, ignoriert wird:

  • Kündbar bis … — der Stichtag steht fest. Die Markierung erscheint im Fenster von 60 Tagen davor.
  • Automatisch verlängert — der Vertrag hat sich verlängert, weil im Fenster nichts passiert ist.
  • Laufzeit abgelaufen
  • Gekündigt
  • Läuft — kein Enddatum hinterlegt — der ehrlichste Zustand: Er benennt, dass die Grundlage für eine Warnung fehlt, statt Ruhe vorzutäuschen.

Der Stichtag wird gerechnet, nicht geschätzt

Fällt das Ende einer Frist auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, verschiebt sich der Stichtag nach § 193 BGB auf den nächsten Werktag. Die Ansicht rechnet das mit derselben Funktion, die hinter dem öffentlichen Kündigungsfristen-Rechner steckt — nur rückwärts, vom Vertragsende aus.

Die Grenze gehört an genau diese Stelle: Regionale Feiertage einzelner Bundesländer bleiben bewusst außen vor. Fällt Ihr Stichtag auf einen solchen Tag, kann sich die tatsächliche Frist verschieben. Zielen Sie deshalb nicht auf den letzten Tag — und wo es wirklich darauf ankommt, lohnt sich anwaltlicher Rat.

Warum die KI nichts von allein einträgt

Die Erkennung von Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsfrist läuft bei der Dokumentanalyse mit und endet dort als Vorschlag. Der Hinweis ist absichtlich so formuliert: „Wir haben Laufzeit und Kündigungsfrist in diesem Dokument gefunden … automatisch eingetragen wird nichts."

Eine Laufzeit-Zeile, die auf einer falsch gelesenen Klausel beruht, ist schlechter als gar keine — sie erzeugt Sicherheit, wo keine ist. Der zweite Teil derselben Entscheidung wiegt schwerer: Eine bestätigte Zeile wird von einer erneuten Analyse nie überschrieben. Haben Sie ein Enddatum korrigiert, weil die KI eine Klausel missverstanden hat, bleibt es Ihres. Ein Detail am Rand: In der günstigsten Analysestufe läuft die Erkennung nicht mit — die Kurzprüfung liefert eine Einschätzung, aber keinen Laufzeit-Vorschlag.

„Die Rechtsgrundlage hat sich geändert"

Für hier erstellte Verträge kommt eine zweite Beobachtung dazu: 23 Vertragsvorlagen sind auf 40 Norm-Slugs abgebildet — die Plattform weiß, auf welchen Vorschriften eine Vorlage aufsetzt. Ändert sich der Wortlaut einer dieser Normen, erscheint an den betroffenen Verträgen ein Hinweis — daneben der ehrliche Zusatz: „Wir prüfen nicht, ob das für Ihren Vertrag eine Rolle spielt." Ob eine Änderung bloß redaktionell ist oder Anlass gibt, eine Klausel neu zu schreiben, ist juristische Arbeit.

Was diese Ansicht nicht ist

  • Sie kennt nur Verträge, die Sie hochgeladen oder hier erstellt haben. Ein Abo, von dem die Plattform nichts weiß, taucht nicht auf.
  • Sie zeigt nur bestätigte Zeilen — der Preis dafür, dass nichts Ungeprüftes in der Ampel steht.
  • Sie kündigt nicht und verschickt nichts. Die Kündigung bleibt Ihre Handlung.
  • Sie ersetzt keine Rechtsberatung. Ob eine Verlängerungsklausel wirksam ist, ist eine Bewertungsfrage.

Was sie leistet, ist schmaler und dafür belastbar.

Verträge · Kündigungsfristen-Rechner · Vertrag erstellen · Alle Rechner

Lexi, digitale Rechts-Assistenz

Bereit, Ihr Anliegen zu klären?

{n} Credits gratis. Keine Kreditkarte erforderlich. In 2 Minuten startklar.

Jetzt kostenlos starten

Keine Kreditkarte erforderlich · DSGVO-konform · Kostenlos starten

Kostenlos starten
Keine Kreditkarte
Jetzt starten