Der Klage-Check: bereit, zuständig, nicht verjährt
Drei Sicherheitsprüfungen vor dem Einreichen — Vollständigkeit, das richtige Gericht und die Verjährung.
Bevor Sie einreichen, hilft Ihnen der Klage-Check im Cockpit, die häufigsten Fehler zu vermeiden. Er rechnet deterministisch – also verlässlich, ohne KI-Raten.
1. Bereitschaft
Ein Fortschrittsbalken zeigt, wie vollständig Ihre Klage ist: Sind Kläger und Beklagte (mit Anschrift) erfasst? Stehen Gericht und Streitwert fest? Gibt es Beweise? Ist der Schriftsatz finalisiert und sind die Zitate geprüft? Offene Punkte sehen Sie auf einen Blick.
2. Zuständiges Gericht
Aus dem Streitwert ergibt sich das sachlich zuständige Gericht:
- bis 10.000 € → Amtsgericht (§ 23 Nr. 1 GVG) – hier dürfen Sie sich selbst vertreten. Die Grenze gilt seit dem 1. Januar 2026; für Verfahren, die vorher anhängig geworden sind, bleibt es bei 5.000 € (§ 44 EGGVG).
- über 10.000 € → Landgericht (§ 71 GVG) – dort besteht Anwaltszwang (§ 78 ZPO). Der Prozessbegleiter warnt Sie und führt zur Anwalts-Vermittlung.
- Streitigkeiten aus einem Wohnraummietverhältnis sind wertunabhängig beim Amtsgericht (§ 23 Nr. 2a GVG).
- Einige Sachgebiete gehören ebenfalls unabhängig vom Streitwert zu einem bestimmten Gericht: vor das Landgericht (mit Anwaltszwang) Streitigkeiten aus Heilbehandlungen, aus Veröffentlichungen in Presse, Rundfunk oder Internet und Amtshaftungs-Ansprüche (§ 71 Abs. 2 GVG); vor das Amtsgericht Streitigkeiten nach dem Wohnungseigentumsgesetz und bestimmte Nachbarrechts-Streitigkeiten (§ 23 Nr. 2 GVG). Wählen Sie im Klage-Check das Sachgebiet, wenn eines zutrifft.
Örtlich zuständig ist meist das Gericht am Wohnsitz der Beklagten (§§ 12, 13 ZPO), bei Verträgen oft auch der Erfüllungsort (§ 29 ZPO).
3. Verjährung
Die meisten Ansprüche verjähren nach drei Jahren – gerechnet ab dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist (§§ 195, 199 BGB). Tragen Sie das Entstehungsjahr ein, dann zeigt der Check das Verjährungsende und warnt, wenn es knapp wird. Ist der Anspruch verjährt, kann die Klage scheitern – ein häufiger und teurer Fehler. Es gibt aber Ausnahmen (Hemmung durch Klage, Sonderfristen); im Zweifel anwaltlich prüfen lassen.
Der Klage-Check ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung – siehe Ist das Rechtsberatung? Der rechtliche Rahmen.
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